Borussia Dortmund: Was bedeutet die Entlassung von Lucien Favre für Starspieler?

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Borussia Dortmund hat einen Tiefpunkt erreicht. Nach der Entlassung von Manager Lucien Favre müssen die deutschen Giganten die aktuelle Krise überstehen und dann einen neuen Manager einsetzen, der Begeisterung und eine neue Philosophie bringen kann.

Dortmund entließ Favre nach einer peinlichen 1: 5-Niederlage gegen den kürzlich aufgestiegenen VfB Stuttgart. Die Niederlage, die für Dortmund in fünf Ligaspielen ein dritter war, ließ sie in der Bundesliga Fünfter werden, und es gab Zweifel, ob sie ihre Saisonziele erreichen können.

Favre war seit Sommer 2018 in Dortmund tätig. Die Ergebnisse seiner 30-monatigen Amtszeit waren akzeptabel, da er mit 2,09 den höchsten Punktedurchschnitt aller BVB-Trainer in der Geschichte verzeichnete, das Potenzial der Mannschaft jedoch nie voll ausschöpfte.

Dortmund hat sich zu einer der bekanntesten Talentfabriken in Europa entwickelt, da sie Jahr für Jahr gute Aussichten bieten. Sie haben jedoch Probleme, mit Bayern München Schritt zu halten, und jetzt ist sogar die Qualifikation für die Champions League im nächsten Jahr zweifelhaft.

Als kurzfristige Lösung hat Dortmund ein Trio eingesetzt, das aus dem Co-Trainer Edin Terzic und den Jugendtrainern Sebastian Geppert und Otto Addo besteht. Terzic fungiert als Interim Manager.

Das Trio ist da, um die ersten Wartungsarbeiten durchzuführen und dem Team Leben einzuhauchen, bevor der BVB einen Ersatz für Favre einstellen kann. Das BVB-Management gab bekannt, dass Terzic und seine beiden Assistenten bis zum Ende der Saison mit dem Team betraut sind.

Borussia Mönchengladbachs Marco Rose gehört zu den Top-Kandidaten für den Hot Seat im Signal Iduna Park im nächsten Sommer. Zu den unmittelbareren Optionen zählen Ralf Rangnick und Jesse Marsch von RB Salzburg. Der Verein möchte jedoch abwarten, wie sich die Dinge in den nächsten Monaten entwickeln.

Sancho und Haaland könnten weg sein
Die aktuelle Krise und die Unsicherheit in Bezug auf die Führungsposition sind kein gutes Zeichen für Dortmunds Chancen, Top-Talente wie Erling Braut Haaland, Gio Reyna und Jadon Sancho zu halten.

Der englische Nationalspieler Sancho war in den letzten Monaten mit mehreren Vereinen verbunden, insbesondere mit Manchester United, und könnte im nächsten Sommer vor der Tür stehen.

Während es wahrscheinlich ist, dass Haaland – der in 32 Spielen für Dortmund bemerkenswerte 33 Tore erzielt hat – und US-Mittelfeldspieler Reyna länger bleiben werden, gibt es keine Garantie dafür, dass sie dem BVB verpflichtet bleiben, wenn sich die Mannschaft nicht für die Champions League qualifiziert.

Dortmund konnte seinen Ruf als Ziel für Nachwuchstalente nur weiterentwickeln, weil es die Bühne bieten konnte, um international und bei Meisterschaftsrennen gegen die Bayern zu glänzen.

Besitz ist das Hauptanliegen
Was Favre letztendlich seinen Job kostete, war seine Unfähigkeit, Dortmund zu einer dominanten Mannschaft zu machen. Der BVB ist seit Jahren inkonsistent, wenn er gebeten wird, von hinten zu spielen.

Nachdem Stuttgart am Samstag mit 5: 1 geschlagen hatte, stellten sogar einige der Veteranen, darunter Mats Hummels, Favres taktischen Ansatz öffentlich in Frage. „Leider gehen wir Risiken nur in Bereichen ein, in denen der Gewinn relativ gering ist, die defensiven Konsequenzen jedoch enorm sein können“, sagte Hummels.

Der 31-Jährige versuchte darauf hinzuweisen, dass Dortmund den Ball oft zu lange im Rücken hält und nicht weiß, wie er auf dem Feld vorrücken soll. Dies ist eine Einladung an die Gegner, sie unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen.

Marco Reus machte auch ein hartes Urteil über die jüngsten Leistungen: „Wir sind keine Mannschaft, die besonders gut verteidigen kann.“

Taktische Weisheit und Begeisterung erforderlich
Favres späterer Nachfolger muss diese taktischen Probleme lösen und dem Team ermöglichen, „bedeutungsvollen Fußball“ zu spielen, wie Hummels es ausdrückte. Allerdings muss ein neuer Trainer auch eine andere Energie in den Signal Iduna Park bringen.

Dortmund und Favre waren aufgrund der eher trockenen Persönlichkeit und des technischen Stils des 63-Jährigen nie eine ideale Partnerschaft gewesen. Der Schweizer Manager hat selten geschrien oder Spieler an ihre Stelle gesetzt, wenn sie es vermasselt haben. Er blieb normalerweise ruhig und höflich, so wie ihn Bundesliga-Fans seit vielen Jahren kennen.

Der BVB mit seiner Gruppe von Jugendlichen braucht jedoch offenbar eine andere Persönlichkeit an der Seitenlinie – jemanden, der Begeisterung wecken und Disziplin durchsetzen kann. Dortmund kehrte vor einem Jahrzehnt unter Jürgen Klopp auf die internationale Bühne zurück, als der junge Manager seinen „Heavy Metal Football“ vorstellte.

Klopp lieferte taktische Weisheit, brachte aber auch eine überlebensgroße Persönlichkeit mit. Während er nicht kopiert werden kann, muss Dortmund jemanden finden, der die gleiche Mischung bietet und eine bestimmte Philosophie repräsentiert. Wenn sie dies nicht tun, können die Folgen für ihren nationalen und internationalen Status schwerwiegend sein.

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